Mudizucht von der Hiatavilla
Hier meine ganz persönliche Rassebeschreibung von Mudis a la Karina:
Aussehen:
Sie sind klein und leicht genug um sie problemlos überall hin mitzunehmen und auch auf den Arm kann man sie im Notfall noch schnell einmal nehmen, sie sind aber auch groß genug um vernünftig mit ihnen arbeiten zu können. Nichts an dem Hund hat irgendwelche Extremformen. Mudis sind keine Fellmonster, haben aber auch genug Fell um im Winter draußen nicht gleich zu frieren. Der Pflegeaufwand ist extrem gering und sie haaren eigentlich - außer während des Fellwechsels - so gut wie gar nicht.
Eines muß man aber zum Aussehen unbedingt noch dazusagen. Der Mudi ist noch keine durchgezüchtete Rasse und es kommt daher in verschiedenster Hinsicht noch zu sehr unterschiedlichem Aussehen, was sich auch schon innerhalb eines Wurfes zeigen kann. Von recht klein und zart, mit eher weniger langem Fell, bis zu groß und kräftig mit sehr langem Fell. Viele Varianten sind noch möglich. Also ein Mudi bleibt immer auch ein kleines Überraschungspaket, auch wenn er immer noch als Mudi erkennbar sein wird.
Gesundheit:
Mudis sind grundsätzlich gesunde und robuste Hund die in Ungarn bis vor kurzem als reine Arbeitshunde gehalten und so auch gezüchtet wurden. Ein guter, gesunder Hund darf sich weitervermehren, die Schlechten nicht. Untersucht wurden die Hunde nur in sehr geringem Ausmaß. So ist es auch heute noch immer wieder so, daß nicht einmal beide Elterntiere auf HD untersucht sind.
Es gibt in Ungarn eine weltweite Mudidatenbank bei der fast 3000 Mudis (auch schon verstorbene) registriert sind, wovon allerdings nur von knapp 180 Hunden HD-Ergebnisse vorhanden sind. Auch werden in Ungarn HD-A/B/C beliebig miteinander verpaart. Grundsätzlich ist eine HD-A/A-Zucht sicher erstrebenswert, kann aber nur langfristig angestrebt werden, da auch noch der Inzuchtfaktor eine große Rolle bei dieser noch seltenen Rasse spielt. Mudis sind aber kleine und leichte Hunde dich auch mit nicht ganz makellosen Hüften ein gesundes und problemfreies Leben führen.
Was die restlichen vererbungsrelevanten Aspekte (ED, Patella, Augen, Herz,..) anbelangt schaut es noch viel schlechter mit der Untersuchungsdichte aus.
Mudis sind sicher ursprüngliche und dadurch recht gesunde und problemfreie Hunde. Eine Zucht, die auf über Generationen untersuchten Zuchthunden besteht, ist aber noch Zukunftsmusik. Auch ist eine Zucht mit komplett "freien" Hunden auch noch sehr schwer, da die Zuchtbasis nicht groß genug ist.
Ein Promblem ist in den letzten Jahren aufgetreten - Epilepsie. Diese gar nicht so nette Krankheit gehört jetzt dringend unter Kontrolle gebracht bevor sie der Rasse noch mehr schadet. Daher ist es sehr wichtig die bekannten Epiliepsielinen so gut wie nur möglich zu vermeiden.
Für wen?
Mudis sind für so ziemlich alle hundesportlichen Aufgaben geeignet - sei es Obedience, Agility, Dogdancing, ... Wofür ich sie nicht wirklich optimal halte ist die Therapiehundehaltung, obwohl es auch da schon geprüfte Mudis gibt. Rettungsarbeit müsste bei richtiger Welpenprägung schon wieder möglich sein. Auch als normaler Familien- und Begleithund mit guter Auslastung durch Spazierengehen, Radfahren usw. wird ein Mudi glücklich.
Ein Hund - viele Möglichkeiten!
Mit einem Mudi hat man bei richtiger Aufzucht, Prägung und Haltung einen wirklichen Traumhund - Ausnahmen wie bei jeder anderen Rasse sind nicht ausgeschlossen!
Speziell Rüden sind oft sehr starke Hunde, die eine klare und deutliche Rangordnung von Welpenbeinen an brauchen. Schafft man es nicht rechtzeitig
die Führung zu übernehmen, kann ein Mudi durchaus zum Problemhund werden.(Das gleiche gilt allerdings auch für viele andere Rassen.) Man muß immer bedenken daß Mudis sich gegen wehrhafte Rinder, Schafe und Schweine durchsetzen können. Da kommt ein Mudi nur mit lieb und nett nicht immer zum Erfolg. Genauso ist es mit der Mudihaltung - es geht manchmal nicht nur mit lieb und nett! Dabei darf man aber auch nicht vergessen daß eine grundsätzlich harte Hand auch nicht das Richtige für so einen Hund ist.
Daher bitte gut überlegen ob man kompetent genug für die Mudihaltung/Hundehaltung ist (oder zumindest bereit ist das Beste aus sich herauszuholen und kompetente Hilfe anzunehmen) um aus einem Mudi den Traumhund rausholen zu können der in ihm drinnensteckt.
Eine Rassebeschreibung aus dem neuen Kosmos-Hundeführer von Eva-Maria Krämer:
Der wirkliche Arbeitshund Ungarns schwang sich nie zur Schauschönheit auf und ist in seiner Heimat weit verbreitet. Er hütet die schwierigen Steppenrinder, Zackelschafe und Pferde und hält auf dem Hof Ratten und Mäuse kurz. Da auch Arbeitshunde ohne Ahnentafel in die Zucht eingegebracht wurden, hat die Rasse eine gesunde Basis, es kommen allerdings noch Typabweichungen vor.
Robuster, unverfälschter, noch uriger, anpassungsfähiger Haus- und Familienhund, der auch ein Luxusleben in der Stadt durchaus zu schätzen weiß. Er ist weniger laut als seine Vewandten der Pumi und der Puli, anspruchslos in Haltung, Fütterung und Pflege. Er ist intelligent, leicht zu erziehen und sehr wachsam. Braucht viel Bewegung und Beschäftigung.
Schulterhöhe: 38 - 47 cm, Gewicht: 8 - 13 kg
Farbe: schwarz, selten weiß, braun, blau, aschbraun, semmelfarben,blue-merle, braun-merle
Herkunft: Ungarn
FCI-Nr. 238
Der Mudi
eine ungarische und noch nicht allzubekannt Perle
Charakter:
Herrchenbezogen ohne aufdringlich anhänglich zu sein, im Alltag ruhig und unauffällig, sanft, wachsam - melden brav, werden deswegen aber (mit etwas Erziehung) sicher nicht zu unnötigen Kläffern, Fremden gegenüber zurückhaltend, sehr lernfähig und lernwillig, hohe Aufmerksamkeit, bei der Arbeit hoch konzentriert und sie lassen sich nicht leicht ablenken.
Mit allen Rudelmitgliedern - ob Mensch, Hund, Katze, Kleintiere oder Geflügel - gibt es keinerlei Probleme (gilt sicher nur für von Welpen an gut geprägte Hunde!)
Weitere Mudierkenntnisse die ich in der Zwischenzeit gewonnen habe: